Höhere Werte bei gleicher Stoffwechsellage
Auf dem deutschen Markt erhältliche Blutzuckermesssysteme können je nach Anbieter vollblut- oder plasmakalibriert sein. Ab September 2009 stellt Roche Diagnostics auf plasmareferenzierte Teststreifen für seine Accu-Chek Blutzuckermesssysteme um.
Die neuen Teststreifen unterscheiden sich in der Handhabung nicht von den bisherigen vollblutkalibrierten Teststreifen. Da die Blutzuckerkonzentration im Blutplasma höher ist als im Vollblut, zeigen die Messsysteme - bei gleicher Stoffwechsellage - mit den neuen Teststreifen ca. 10-15 Prozent höhere Messwerte an.
Roche Diagnostics orientiert sich bei der Kalibrierung der Blutzuckerteststreifen für seine Accu-Chek Blutzuckermesssysteme künftig am international einheitlich empfohlenen Referenzstandard der International Federation of Clinical Chemistry and Laboratory Medicine (IFCC). Diese rät, alle Blutzuckermesswerte als Plasmawerte anzugeben.[1] Ab September werden daher alle Accu-Chek Teststreifen schrittweise von Vollblut- auf Plasma-Kalibrierung umgestellt.
Die Umstellung ist für Nutzer von Accu-Chek Messsystemen ganz bequem. Denn die neuen Teststreifen können dank der automatischen Codierung mit Sicherheitschip bzw. dem Barcode auf der Teststreifentrommel direkt verwendet werden. Ein Geräteaustausch oder eine Umstellung in der Handhabung ist nicht erforderlich. Accu-Chek Mobile wird bereits plasmakalibriert auf den Markt gebracht.
Messwerte sind im Plasma ca. 10-15 Prozent höher als im Vollblut
Die Blutzuckerkonzentration ist im Blutplasma höher als im Vollblut, daher zeigen die Blutzuckermessgeräte mit den neuen plasmareferenzierten Teststreifen ca. 10-15 Prozent höhere Werte an. Wurde zuvor mit vollblutkalibrierten Teststreifen ein Blutzuckerwert von 200 mg/dl (11,1 mmol/l) angezeigt, wird nun mit plasma-kalibrierten Teststreifen ein um ca. 10-15 Prozent höherer Messwert von ca. 220-230 mg/dl (12,2-12,8 mmol/l) angezeigt.
Vor allem normnah eingestellte Insulinpatienten sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob der therapeutische Zielbereich ihrer Blutzuckerwerte entsprechend angepasst werden muss. Die therapeutischen Maßnahmen, die aufgrund des Messergebnisses abgeleitet werden (z. B. Insulin-injektion, erneute Blutzuckerkontrolle, Gabe eines Korrekturbolus) ändern sich trotz Wechsel der Kalibrierungsmethode in der Regel nicht. Im Zweifelsfall sollte der Patient mit seinem behandelnden Arzt Rücksprache halten.
Hinweise auf Plasma-Kalibrierung auf Faltschachtel und Teststreifenröhre
Die neuen Teststreifen erkennen Ärzte und Patienten an dem Hinweis “Plasmareferenziert” auf der Faltschachtel. Sie führen eine neue Pharmazentralnummer (PZN) und sind zudem mit einem gelben Symbol auf der Verpackung der Teststreifen gekennzeichnet.
Für Fragen rund um die Umstellung der Accu-Chek Teststreifen auf Plasma-Kalibrierung stehen Ihnen die Mitarbeiter im Accu-Chek Kunden Service Center gern zur Verfügung. Tel.: 0180-2000165 (Mo. bis Fr. 8.00–18.00 Uhr, 6 ct/Gespräch aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, ggf. abweichende Preise aus dem Mobilfunknetz).
Quelle: http://www.diabsite.de/aktuelles/nachrichten/2009/090903.html


Ich bin sauer! Was soll dieser ganze Sch…?
Jetzt hat man sich auf die alte Methode eingespielt, dann muß man Bewährtes ändern.
Da kapiere wer will, ich nicht.
Mit freundlichen Grüßen
W. Fröscher
Wenn man schon hingeht und das ganze umstellt, dann würde ich mir wünschen, dass man den Leuten, die mit der alten Messmethode vertraut sind, etwas besseres als die lapidare Ankündigung das etwa 10 BIS 15 % mehr gemessen wird als bei der “alten Methode”. Warum gibt es keine ordentlichen Tabellen, nach denen man sich richten kann? Geben Sie mir doch eine Nachricht herein, wo ich eine ordentliche Tabelle finden kann!
Vielen Dank
Burkhard Göbel
Diese sogenannten Plasmastreifen, geben keinen höheren Wert an. Ich habe mit “Vollbluttests” keine Unterschiede in der Messung feststellen können. Was soll diese falsche Information?
Haben Sie auf den Behältnissen der Accu Chek compact nur die Plasma Referenziert Angabe gedruckt?
J. Prinzler
Accu-Chek Mobile hoher Messwert:
Ich möchte mich auch mal melden nachdem ich das Thema hier fand. Kein Bashing, sondern ein dokumentarischer Bericht. der zeigt wie die Bonzenkonzerne ihre Monopolstellung ausnutzen.
“Die Probleme des Accu-Chek Mobile” – Bericht nach zwei Tagen als Student bei Roche
Ich studiere BWL und hab im Rahmen einer “Roche meets” Tour für e-fellows das Werk Roche Mannheim besucht. Da waren auch eine Führung in der Entwicklung Accuchek angesagt: Nach Standardprogramm über Karriereaussichten und Geschäftsmodellen auf 1000 Powerpoint Folien kam die Führung durch die Firma, die viel Büro und Logistik, aber wenig Technik hat. Sieht alles grau aus. Es gibt in Mannheim, sagte man uns, nur noch den kleinen Bereich Diabetes. Der Rest: Büros und Lager. Sieht nicht nach Innovation aus.
Die Führung ging in die Entwicklung. Die Frau, die uns das alles zeigte und führte, liess uns verschiedene Accu-Chek probieren: Mobile, Compact, Nano. Da gab es auch andere Systeme von anderen Firmen in dem Raum – die durften wir nur ansehen und nicht benutzen (warum wohl). Beim Ausprobieren der Geräte von Accu Chek und den dabei mir *zu hoch* gemessenen Zuckerwerten sagte die Frau, dass es Probleme mit der Technik vom Mobile gibt und – das mit den hohen Werten ist schon lange bekannt!
Sie hat es erklärt: Wenn man das Testband drückt oder schiebt, vorne wo das Blut dran geht, kann der Wert anders liegen weil sich das Band eindellt oder vom Fenster wegschiebt. Das liegt am “optischen” Aufbau. So wie ich das verstand und aus Physik noch weiss: das Band ist fast so wie ein Spiegel der das Licht beim Drücken anders reflektiert, so das vom Gerät anders gemessen wird, nämlich falsch. Bei anderen Systeme von anderen Firmen wird elektrisch gemessen, da stört drücken nicht. Weiterer Mangel: wenn da wo das Blut auf dem Finger gemessen wird Dreck ist kann der Dreck direkt auf das Band kommt (durch Fingerkontakt) – wird der Dreck voll mit gemessen: “Sie dürfen das Band halt nicht berühren, aber das geht unterwegs halt nicht. Und wenn man zittert. Oder alt is”.
Die hohen Werte danach sind bekannt in der Firma, man kann aber so nichts dagegen machen! Man kann mit einem Finger ohne Blut einen Wert bekommen sagte ein anderer Mitarbeiter von Roche! Ja, es gab auch Probleme bei der Zulassung (O-Ton) wegen den hohen Werten: die Leute die es testeten messten falsch und kamen sogar in die Klinik! Eine anderere Mitarbeiterin bei der Führung meinte sogar, für die Zulassung wurden hat sie Bänder und Geräte aussortiert damit nix passiert! Das sagten die vor uns 20 Studenten.
Im I-Net erzählen alle das hat mit dem Wechsel auf Plasmakalibrierung zu tun. In Echt ist es aber wirklich ein ganz grosses Problem vom Design des Testfelds! Ein supertechnisches Gimmik, aber da, wo es drauf ankommt, beim Zuckermessen, da ist es absolut pfui!
Und weil es mit Licht misst, die Verfärbung von dem Testfeld von hell nach dunkel – kann es auch dann messen wenn es zu hell ist und ein Schatten über das Testfeld fliegt. Meldung Messung im Schatten. Und vieles mehr. Danke für die Infos! Ich vertraue nur noch den elektrischen Systemen…
Die Leute sagten auch, dass beim neuen System (es soll einen Nachfolger vom Mobile geben) die Technik moderner werden soll, Bluetooth, USB und so. Aber das Streifenband und die Art zu messen bleibt gleich! Das hat mich schockiert. Wirtschaftliches Handeln ist ja o.k., aber die haben kein Geld für nen besseren Streifen!!! Oder es geht halt nicht besser und die akzeptieren dass die Leute falsch messen.
Die Leute der Entwicklung in dem engen Labor wirkten auch voll genervt als wir da waren. Die messen tausend Streifen von Hand jeden Tag. Als ich eine Frau in einer gelben Schürze dort fragte, ob das mit den falschen Werten oft vorkommt, da schob sich einer Laborleiter dazwischen und meinte, wir müssen den Raum wegen Ansteckungsgefahr verlassen.
War interessant da mal vor Ort zu sein. Auch was in Zukunft da so gemacht wird mit Geräten: Die Frau und die Leute die uns alles erklärten hatte auch erzählt von zukünftigen Geräten, bei denen alles in Einem ist: Stechen und Messen. Kleine Nadeln mit Mikrofeinen Rillen stechen und dahinter das Testfeld – alles auf einer Scheibe. Sah putzig, aber fragil aus :-O Braucht weniger – noch weniger – Blut! Die Chemie soll unenmpfindlicher sein.
Neue automatische Geräte und Weniger Blutvolumen? Wenn beim kleinen Blutverbrauch im Mobile Dreck am Finger schon so stört wie wirds dann bei so komplexen Gerät wo alles zusammen ist und wo noch weniger Blut gebraucht wird??? Und optisch ist das auch wieder!!! Neu und schon total veraltet.
Das Hochregallager war das einzige technische Highlight an dem Tag. Da war was zu sehen, was mal modern war. Es hat mich überrascht, wie einfach bei Roche alles war und wie trist und grau das Gelände wirkt. Genau so habe ich mir Mannheim immer vorgestellt!
Nach meinem Studium werde ich da nicht arbeiten!!! AUch wenn auf denen Ihren LKWs steht “Innovation für die Gesundheit” (so etwas gibt es echt) nach den zwei Tagen dort und dem, was ich über Mobile und Accu Chek und deren Techniken erfahren habe kann ich es nicht mehr glauben dass die Marke Accuchek noch lange überlebt. Technisch zu alt, messen Optisch, Marketing am Kunden vorbei, betriebswirtschaftlich eben Großbetrieb und nur auf Gewinn aus. Innovation gibt es da nicht!
Tag zwei war ähnlich. Powerpoint. Selbstlob. Wir suchen die besten für Verkauf, Logistik, Verwaltung, Finanzen. Wie eine Bank, aber nicht wie ein Pharmaunternehmen. Dann Werksführung, Teil 2: Ein alter Hippie-Chemiker maulte uns etwas vor über zu wenig Geld für die Entwicklung und dass er das alles so nie verkaufen würde. Roche meets Frust!
Fazit: Roche baut technisch komplizierte Geräte, hat aber seine Tests dafür nicht (mehr?) im Griff.
Bekannte Probleme so hinzubiegen dass es trotzdem verkauft wird ist nicht toll.
Wenn ihr mal die Möglichkeit habt geht hin und schaut es euch an!
Ich habe jetzt ein Bayer für meine Diabetes (ach ja, genau, ICH bin AUCH Diabetiker – und habe aus den wei Tagen SEHR VIEL gelernt!), elektrisch, und keine zu hohen Werte mehr! Sorry, Accuchek! Roche – not a good place to work.
danke für deinen ausführlichen bericht. erschreckend was man da liest…
Aber Hallo
Ist es nicht ein Trick der Pharma Industrie?
Jetzt wird es einige Hunderttausend Diabetiker mehr geben !
was haben die Teststreifen damit zu tun das es mehr Diabetiker gibt??